Warum die Wokeness eine Gefahr für die Demokratie ist

Bei der Planung meines Wahlkampfes habe ich mir überlegt, welches «meine» Themen sind. Gesetzt war für mich die Gesundheitspolitik, aber auch die öffentliche Sicherheit, Staatspolitik und ein flüssiger Verkehr. Lange habe ich mir überlegt, ob ich ein weiteres Thema, das mir eigentlich auch sehr wichtig ist, zu einem Wahlkampfthema machen soll. Eigentlich, weil mich die gesellschaftliche Entwicklung sehr besorgt. Trotzdem habe ich lange gezögert, aus Angst vor möglichen Konsequenzen: Es geht um die Woke-Bewegung.

Doch diese Angst vor negativen Konsequenzen, vor der Cancel Culture, ist genau das Ziel der Wokeness. Mit meinem eigenem Schweigen dazu würde ich indirekt diese Unkultur unterstützen, die unsere Demokratie bedroht. In der Psychologie wird dieser Effekt Schweigespirale genannt: Durch Nichtäusserung zu einem Thema erhöht sich die Hemmschwelle, darüber zu sprechen, was in einem Teufelskreis mündet. Es ist also umso dringender, dies zu einem Hauptthema zu machen!

Und wieso ist die Wokeness eine Gefahr für unsere Demokratie?

Sie steht für eine Ideologie, die immer mehr totalitäre Züge aufweist. Unter dem Deckmantel der Inklusion werden Menschen in Gruppen eingeteilt – Frauen gegen Männer, «cis» gegen «trans», Schwarze gegen Weisse. Wir kehren also zu einer Einteilung nach äusserlichen Merkmalen zurück – und teilen anhand deren in Gut und Böse ein, nach dem Motto «die ist mehr wert als der». Und wer diese Einteilung nicht gutheisst, wird als rechts gebrandmarkt und gecancelt.

Doch dem woken Mob geht es nur scheinbar um Empowerment und Toleranz von Minderheiten – es geht um Macht. Es geht darum, den politischen Gegner mundtot zu machen, denn «wer mir nicht zustimmt, hat zu schweigen». Unter dem Deckmantel des Minderheitenschutzes werden radikale Forderungen formuliert, die die Rechte und Freiheit jedes Einzelnen einschränken.

Beispiel gefällig? Als ich für die SVP Zollikon einen Twint-Account einrichten wollte, wurde dies vom Anbieter RaiseNow abgelehnt, mit der Begründung, wir würden die «körperliche Integrität beeinträchtigen, insbesondere durch die Unterstützung bewaffneter Konflikte, oder die weibliche Genitalverstümmelung durchführen oder fördern, Menschen aufgrund ihrer Geburt, ihres Geschlechts, ihrer Nationalität, ihrer sozialer Herkunft oder ihrer körperlichen Eigenschaften diskriminieren, die Freiheit von sexuellen Präferenzen und Identitäten ablehnen oder das Recht auf Abtreibung aufheben» wollen. Wir wurden gecancelt!

Zahlreiche weitere Beispiele sind insbesondere in Deutschland zu finden: In Berlin wurde ein Register erstellt, bei dem Personen denunziert werden können. Vorfälle, die Diskriminierung im Alltag darstellen sollen, können online gemeldet werden. Diese Vorfälle können aber unabhängig von der tatsächlichen Strafbarkeit gemeldet und die Urheber sogar namentlich genannt werden! Meldestellen, bei denen «gefühlte Diskriminierung» und persönliches Unwohlsein angezeigt werden dürfen, haben mit Rechtsstaatlichkeit nichts mehr zu tun. «Es geht eher darum, ein gesellschaftliches Klima zu beschreiben, denn aus Meinung wird irgendwann Verhalten» gibt eine Mitarbeiterin dieses Registers offen zu. Leider hat auch die Stadt Zürich ein solches Register aufgebaut und ist drauf und dran, Denunziantentum, falsche Anschuldigungen und Verleumdung zu fördern – alles unter dem Deckmantel des «Minderheitenschutzes».

Diese Episoden sind stellvertretend für die Gefahr, die die Wokeness darstellt. Doch die Gefahr beschränkt sich nicht nur auf die gesellschaftlichen Umgangsformen, die wohl sichtbarste Form der Freiheitseinschränkung zeigt sich in der Sprache. Die Sprache ist deshalb ein so wichtiger Aspekt, weil wer die Sprache kontrolliert, auch das Denken kontrolliert. Auch die DDR-Partei SED wollte die Sprache von oben herab diktieren – um das Denken der Bürger zu steuern: Der Gender-Neusprech hat einzig das Ziel, die totalitäre Ideologie der Wokeness in der Gesellschaft durchzusetzen.

Das häufigste Gegenargument hierauf ist wohl, dass es auch freiheitseinschränkend sei, Gendersprache zu verbieten. Doch diese Sicht greift zu kurz. Ich kämpfe nicht für ein Sprachendiktat, wie dies die Wokeness erstrebt. Ich setze mich auch nicht ein für ein Verbot von sozialistischem Gedankengut, aber ich wehre mich vehement dagegen, dass sich der Sozialismus in unserer Gesellschaft breitmachen kann. Denn mit der Wokeness ist es wie mit dem Sozialismus: Beides ist eine menschenverachtende Ideologie, die sich über die Freiheit des Individuums stellt.

Kurz: Die woke Ideologie widerstrebt dem freiheitlichen Gedanken, dass alle Menschen gleich geschaffen und gleich frei sind und bedingungslos die gleichen Rechte haben, diametral. Mit dem Gender-Neusprech wird versucht, die breite Gesellschaft mittels Kontrolle über die Sprache zu dieser totalitären Ideologie umzuerziehen. Radikale Forderungen unter dem Deckmantel des Minderheitenschutzes, die dem gesunden Menschenverstand und der freiheitlichen Integrität des Individuums widersprechen, müssen konsequent bekämpft werden. Der Totalitarismus wird dann zur Wahrheit, wenn das Individuum schweigt.

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